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Foto-Archiv

Ingenieurwesen in Preußen

Geschichte

Das Ingenieurkorps bestand ausschließlich aus hochspezialisierten
Offizieren, die als Bauingenieure für Festungsbau ausgebildet waren. 
Mit der Heeresreform 1808 kamen noch die Aufgaben der Pontonniers, Sappeure und Mineure hinzu.

Die Aufgaben eines Ingenieurs waren in Friedenszeiten die Instandhaltung, Planung und Leitung ziviler und militärischer Bauten in den Landesfestungen. Er bekleidete, die entsprechende Erfahrung und Anciennität vorausgesetzt, die Stellung eines  “Ingenieur de la Place” einer Festung, das heißt des leitenden Ingenieurs. Höher gestellte Ingenieure waren als “Brigadiers” für die Festungen einer Provinz zuständig.

Im Kriege leitete er die Belagerung von Festungen als “Chef d’Attaque”, die Verteidigung derselben und ließ Feldbefestigungen anlegen.

Zu seinen engeren Aufgaben gehörten beispielsweise die Planung aller Bautätigkeiten in den Festungen und Garnisonen sowie die Vermessung des Baugeländes, aber auch die Kartographie.

Lebendige Darstellung

Die besondere Herausforderung beim Ingenieurwesen gehört der Beschaffung der Geräte und Rekonstruktion der Vermessungsverfahren sowie der Zeichentechnik, da das Bauen von Festungen heute (leider, leider) nicht mehr in die Tat umgesetzt werden kann. Durch Exkursionen zu den bestehenden Festungsanlagen verschafft man sich die Anschauung im Festungsbau und durch das Studium der umfangreichen zeitgenössischen Literatur des Festungbaus, der Feldbefestigung und der Feldvermessung den notwendigen theoretischen Hintergrund.

Capitain Louis Blesson verschickt auf Anfrage gerne eine Literaturliste und eine Liste der für die verschiedenen Aufgaben benötigten Instrumente.

Wir wissen, dass dies sich zunächst furchtbar trocken anhört: einige Enthusiasten in Europa finden es aber unvergleichlich spannend, mit einfachen Mitteln anspruchsvolle Aufgaben zu lösen und dadurch die Leistungen unserer Altvordern besser schätzen zu lernen. Man braucht vor allem Zeit, Geduld, Kenntnis, Organisationstalent und leider auch etwas mehr Kleingeld als ein Musketier. Denn was der Kavallerist in den geliebten Vierbeiner investiert, steckt der Ingenieurdarsteller in die Gerätschaften.

Natürlich sind auch Sappeure oder Mineure willkommen, die ganz handfest spanische Reiter oder Schanzkörbe bauen oder ganz einfach bei der Vermessung assistieren möchten.

Veranstaltungen

Die uns heute verbliebenen oder rekonstruierten Anlagen - wie zum Beispiel Bourtange (NL), Dömitz, Koblenz, Königstein, Loewenstein (NL), Spandau, Veste Marienberg bei Würzburg - sind auch gleichzeitig eine herausragende Bühne für die anschauliche Darstellung diesen Teils der Militärgeschichte. Bei den etwas ruhigeren Veranstaltungen können Sie den Ingenieur auch werkeln und tüfteln sehen. Siehe Veranstaltungskalender.

Veröffentlichungen

Klöffler, Martin: Vermessungswesen in der Ausbildung und Praxis der
preußischen Offiziere des frühen 19. Jahrhunderts, in: Brohl, Elmar
(Hrsg): Militärische Bedrohung und bauliche Reaktionen - Festschrift für
Volker Schmidtchen, Deutsche Gesellschaft für Festungsforschung e.V.,
Marburg (2000), ISBN 3-87707-55-3

Klöffler, Martin: Der preußische Überrock 1808-1815, in: Zeitschrift für
Heereskunde Nr. 397 (Juli/September 2000), S. 95-102, ISSN 0044-2852

Klöffler, Martin: Preußische Festungen 1806-1807, in: Circulaire der
Napoleonischen Gesellschaft Heft 2 (1996), S. 11-13

Klöffler, Martin: Das Preußische Ingenieurcorps 1806, in: Circulaire der
Napoleonischen Gesellschaft Heft 1 (1996), S. 12-14

Klöffler, Martin: Datenbank Festung - Eine Dokumentation zum Bestand
deutscher Festungsanlagen, in: Schmidtchen, Volker: Schriftenreihe
Festungsforschung Band 10, Deutsche Gesellschaft für Festungsforschung
e.V., Wesel (1991)

Mehr Informationen zur Landvermessung, Kartographie und militärisches 
Ingenieurwesen in Preußen 1750-1820, unter: www.ingenieurgeograph.de

Kontakt: Louis-Urban Blesson alias Martin Klöffler unter

Louis-Urban Blesson bei der Landvermessung

Meßtischaufnahme einer Festungsfront (Loewenstein, NL):

Führen des Feldbuchs mit Gänsekiel am Skriptkasten:

Führen des Feldbuchs mit Gänsekiel am Skriptkasten

Montur für die große Parade zu Fuß:

Montur für die große Parade zu Fuß

Fotos (C) Uwe Feuerbach und Marion Mertel, Limburgerhof

 
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Stand: 16. August 2003