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Geschichtlicher Hintergrund zum Diorama:
"Völkerschlacht bei Leipzig - Gefecht bei Markkleeberg"

Das Polnische Weichselregiment
im Gefecht bei Markkleeberg am 16. Oktober 1813

Zu Napoleons jahrelang treuesten Verbündeten gehörten die Truppen aus Polen.
Unter der Führung des legendären Fürsten Poniatowski, welcher erst auf diesem Schlachtfeld vor Leipzig am 15. Oktober 1813 zum Marschall ernannt wurde und nur wenige Tage später am 19. Oktober beim Rückzug in dem Fluss Elster bei Leipzig ertrank.

Unter seinem Kommando stand auch das Weichselregiment, mit seinen zwei Bataillonen. Dieses gehörte zum 8. Korps, der 26. Division unter General Kameniecki, der Brigadekommandeur war General Sierawski. Zu dessen Brigade gehörte auch das 1. und 16. Polnisches Infanterieregiment, ebenfalls mit je zwei Bataillonen. Im Gefecht bei Wachau am 16. Oktober 1813 bildeten die Truppen dieser Brigade die Verteidiger von Markkleeberg. In erbitterten Gefechten behaupteten sie sich hier gegen die Preußen bis zum Ende des Tages.

Für die Darstellung in unserem Großdiorama (siehe dazu Bericht in der Ausgabe 3 der Zeitschrift ModellFiguren) war es erforderlich, die detaillierte Uniformierung dieses Weichselregiments herauszufinden. Zu den verwendeten Quellen gehörte das Buch von Heath "Great Battles of History", Hinweise und Abbildungen aus Nafziger und Wesolowski erschienen im Verlag Empires Press und Uniformtafeln von Knötel aus "Napoleon Uniformes Volume 2" von John Elting. Hierin waren jedoch viele Widersprüche verborgen. Da diese Truppe erst kurz vor dem Feldzug mit neuen Montierungen in Frankreich ausgestattet wurde, erwies sich die Recherche als besonders schwierig.

Die verwendete Figuren sind daher aus Französischer Infanterie von ESCI und Italeri. Dazu Umbauten aus ESCI, der Österreichischen Infanterie, mit gekürzten Rockschößen.

Übergang über die Brücke

Fotoausschnitt aus dem "alten" Diorama über das Gefecht bei Wachau 1813

Hier eine Zusammenfassung der Recherche von Frank Niederhagemann,
zur Entwicklung der Uniformierung der Infanterie der Weichsel-Legion:

Die Infanterie trug französische Tschakos mit weißen Behängen und einem messingfarbenen Schild, auf dem entweder das napoleonische N oder die Regimentsnummer zu sehen war.

Es wurde ein spitz auf den Tschako zulaufender Federstutz in folgenden Farben getragen:

Grenadiere rot

Voltigeure grün bzw. grün mit gelber Spitze

Füsiliere        weiß

Die Grenadiere und Voltigeure hatten eine Tschakoeinfassung in rot bzw. gelb und an den Seiten ein V in jeweils gleicher Farbe.

Bis 1812 trugen die Grenadiere allerdings Bärenfellmützen mit roten Federn und Behängen. Auf dem Deckel dieser Mützen befand sich das gleiche Kreuz wie bei der französischen Infanterie.

Die Füsiliere hatten dunkelblaue mit gelb eingefasste Schulterklappen, während die Grenadiere weiße und die Voltigeure grüngelbe Epauletten trugen.

Von 1808-1811 trug die Legion eine Uniform polnischen Schnitts mit den jeweiligen Regimentsfarben:

Regiment

Kragen

Krageneinfassung

Ärmelaufschlag

Ärmelaufschlageinfassung

Schoßaufschläge

1

dunkelblau

gelb

gelb

gelb

2

gelb

gelb

gelb

3

gelb

dunkelblau

gelb

gelb

gelb

4

dunkelblau

dunkelblau

gelb

gelb

gelb

Die Infanterie trug kniehohe Gamaschen aus weißem Stoff. Die sonstige Ausrüstung war mit der französischen identisch.

Eine 1812 von Oberst Bardin vorgeschlagene Uniformänderung scheint nicht komplett durchgeführt worden zu sein. Trotzdem seien hier die Änderungen angegeben:

Regiment

Kragen

Krageneinfassung

Ärmelaufschlag

Ärmelaufschlageinfassung

Schoßaufschläge

1

gelb

weiß

gelb

gelb

2

gelb

dunkelblau

gelb

gelb

3

dunkelblau

gelb

gelb

gelb

4

dunkelblau

gelb

dunkelblau

gelb

gelb

1813 erhielt die Legion die französische Habit-veste in derselben Farbe wie zuvor. Hierbei handelte es sich nur noch um das Weichselregiment, den Resten der in Rußland geopferten Legion. Die Grenadiere erhielten nun dunkelblaue Tschapkas mit weißen Kordeln und weißem Federstutz, sowie das Messingschild, auf dem "Polk Nadwislanski" zu lesen war. Die verwendeten Tschako-Überzüge der Zentrumskompanien waren beige. Die Gamaschen gingen bis zum Knie.

 

Weitere Informationen zum Thema der Völkerschlacht bei Leipzig finden sich unter:

www.voelkerschlacht-bei-leipzig.de

Diese Homepage befasst sich ganz besonders mit den Ereignissen des 16., 18. und
19. Oktobers 1813, der Leipziger Bürgergarde und den heute noch vorhandenen Denkmälern der Völkerschlacht. Auf diesen Seiten wird der Zeitraum der Befreiungskriege kurz umrissen.

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Stand: 17. November 2003